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Jahresbericht 2020/21
der Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Am Limit
Souverän in der
Corona-Pandemie
Bernd Vogler

Wir brauchen dringend eine Belastungsbremse.

Liebe Leserinnen und Leser,

im letzten Jahr hat die Branche Großes geleistet. Unter den extremen Belastungen einer globalen Pandemie hat sich die wichtigste Branche in Rheinland-Pfalz als widerstandsfähig erwiesen. Wie eine Fahrt in der Achterbahn empfanden die Mitgliedsunternehmen die wirtschaftliche Entwicklung im letzten Jahr. Am Ende dieses „Auf und Abs“ stehen hohe Einbrüche. Die Auswirkungen werden wir noch lange spüren. 

In dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage sieht sich die Branche seitens des Landes, Bundes und der EU einer Regulierungsflut gegenüber. Die Chemie ist so stark reguliert wie kaum eine andere Branche. In den letzten Monaten waren die Verantwortlichen buchstäblich rund um die Uhr damit beschäftigt, die Gesundheit der Mitarbeitenden, den Geschäftsbetrieb und die Arbeitsplätze zu schützen.

Dass es in der Pandemie-Zeit laufend wechselnde Regulierungen zu beachten gab, ist unvermeidlich und verständlich. Dass aber just zu diesen Zeiten die größte sozialpolitische und umweltrechtliche Regulierungswelle seit Jahrzehnten über die Branche hereinbricht, ist nur aus einer politischen Binnenlogik heraus erklärbar. Gut für unsere Branche, für Wirtschaft und Wohlstand ist es in der Summe dieser Vorhaben nicht. 

Als Beispiel sei nur das Green-Deal-Großvorhaben genannt, das allein eine Vielzahl von Regulierungsvorhaben mitbringt:  Klimaschutzvorgaben, neue Chemikalienstrategie und eine Reihe weiterer Verordnungen, Regulierungen und Gesetzesänderungen. Wir brauchen dringend eine Belastungsbremse.

Bereits die aktuelle unübersichtliche Situation macht es ungemein schwierig, den Überblick über gesetzliche Vorgaben zu behalten und  verantwortlich umzusetzen. In dieser Situation schätzen die Mitglieder die Arbeit der Chemieverbände. Das VCI-Team beispielsweise unterstützte die Betriebe mit laufend aktualisierten Informationen zu gesetzlichen Regelungen sowie Handlungsempfehlungen und praxisbezogenen Leitfäden.

Ebenfalls wichtig war und ist die politische Kommunikation im Superwahljahr 2021, um die Perspektive der Wirtschaft in den politischen Diskurs einzubringen. Hier profitiert der Verband von der engen Vernetzung in die Mitgliedschaft, die politischen Entscheidungsträgern einen Blick in die betriebliche Realität und ein Verständnis der (monetären und administrativen) Belastungen durch Gesetzesänderungen gibt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die zahlreichen gesetzlichen kurz- und langfristigen Änderungen trafen auf die tariflichen Verpflichtungen. Wenig überraschend war daher das AGV-Team ebenfalls sehr gefragt; neben Fragen zu Kurzarbeit, Infektionsverdacht oder Urlaubsheimkehrern entstand Beratungsbedarf beim Zukunftsbetrag und der Pflegezusatzversicherung CareFlex.

Stark ins Digitale rückte auch das Weiterbildungs- und Veranstaltungsangebot der Chemieverbände. Die große Mehrheit der geplanten Veranstaltungen konnte dank der Flexibilität und des Einsatzes der Verbände und ihres Netzwerks aus Trainern, Referenten, Veranstaltungshäusern und Kooperationspartnern umgesetzt werden – teilweise auch vor Ort, wenn es die Lage zuließ. Neue Formate wurden entwickelt, beispielsweise um Lehrkräften Zugang  zu aktuellen Erkenntnissen zur Impfstoffentwicklung, Gentechnik oder Recycling zu verschaffen; einfach erklärt durch ausgewiesene Experten. In einer Zeit der Desinformation und Unsicherheit haben wissenschaftliche Daten und Fakten eine enorme Bedeutung.

Zuletzt ein unerwarteter, positiver Effekt der Pandemie: Das Interesse  an Naturwissenschaften und Technik ist groß wie nie. Die Leistungen der Forschung und Entwicklung der Branche werden sichtbar. Davon profitiert die Branche, wie eine aktuelle Studie zeigt. Mehr dazu ebenfalls auf  den kommenden Seiten.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, ich freue mich auf die Zeit, in der persönliche Begegnungen wieder möglich sind. Das soziale Miteinander braucht den persönlichen Kontakt.

Ihr Bernd Vogler
Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Im virtuellen Raum unterwegs

Die Pandemie hat den Prozess  der Digitalisierung beschleunigt. Besonders der beherrschende virtuelle Austausch bedeutet  Chance und Herausforderung für die Verbandsarbeit.

Bereits vor Corona haben die Chemieverbände Rheinland-Pfalz den Weg der Digitalisierung beschritten. Im Wesentlichen ging es um die Optimierung interner Prozesse und Abläufe, zum Beispiel durch digitale Ablagen und Organisation. Dies war notwendig, um vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen effektiv und effizient zu arbeiten. So konnte bei einer nahezu gleichbleibenden Anzahl von Mitarbeitenden sowie Kostenstabilität die zunehmende Zahl an Dienstleistungen bei Rechtsberatung, Prozessvertretung, politischer Interessenvertretung und in der Kommunikation bewältigt werden. Das persönliche Miteinander in die Mitgliedsunternehmen hinein und mit unseren Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in Politik und Gesellschaft ist essenzieller Bestandteil in der Verbandsarbeit. Doch das änderte sich schnell durch die Corona-Pandemie. Der virtuelle Raum wurde für den Austausch wichtiger.

Für die erste virtuelle Mitgliederversammlung der Chemieverbände wurde im letzten Jahr innerhalb kürzester Zeit ein eigenes Studio eingerichtet. Trotz gesetzlicher Ausnahmeregelungen gab es zudem viele Gespräche mit Juristen, um die Versammlung rechtssicher durchführen zu können. „Mit kleinem Budget und unter Zeitdruck haben wir eine virtuelle Mitgliederversammlung durchgeführt, die rechtssicher war und von vielen Mitgliedern gelobt wurde“, freut sich Hauptgeschäftsführer Bernd Vogler. Darüber hinaus wurden viele weitere digitale Begegnungen erfolgreich umgesetzt:

Sitzungen mit dem Krisenstab der Landesregierung, der Austausch mit Bundesverbänden, Tarifverhandlungen mit der IG BCE, Gremiensitzungen, Weiterbildungen und auch die Beratung der Mitgliedsunternehmen. Dieser schnelle Wechsel hin zum mobilen Arbeiten war auch möglich, weil die Ausstattung der Mitarbeitenden im Verband mit Laptops, VPN-Zugängen und Mobiltelefonen zu Beginn der Corona-Krise weitestgehend abgeschlossen war.

Digital informieren

Die Dokumentationen von Veranstaltungen der Chemieverbände Rheinland-Pfalz stehen zukünftig online zur Verfügung unter
https://www.chemie-rp.de/news-und-publikationen/kiosk. Wir informieren über ausgewählte Themen unserer Seminare und stellen Trainer vor – als Text und Videobeiträge.

Chancen und Herausforderungen

Die virtuellen Treffen bieten den Vorteil, dass örtliche Barrieren überwunden und zeitliche Aufwände reduziert werden können. Statt Reisetätigkeit nach Berlin, Mainz, Wiesbaden oder Koblenz reicht der Laptop auf dem Tisch oder das Smartphone in der Hand. Zudem können durch Bildschirmfreigaben die Dokumente und Präsentationen gemeinsam besprochen und bearbeitet werden. Dieser schnelle und unkomplizierte Wechsel in verschiedene virtuelle Räume war aufgrund der besonderen Corona-Situation wichtig und notwendig.

Auch über virtuelle Konferenzen hinaus nutzen die Chemieverbände Rheinland-Pfalz verschiedene Wege zur digitalen Interaktion. Wir informieren über Twitter, LinkedIn, FacebookInstagram und Youtube über unsere Themen. Was wir zum Beispiel im digitalen Ausbildungsmarketing leisten, lesen Sie hier. Zudem tauschen wir uns digital mit Lehrkräften in Rheinland-Pfalz aus, wie  unser Beitrag zu MI(N)Treden zeigt. Und mit Angeboten zu Online-Seminaren und Blended Learning haben wir unser Weiterbildungsangebot breit gefächert.

In der praktischen Umsetzung haben wir erkannt, mit welchen Herausforderungen die virtuellen Räume verbunden sind. Besonders im ländlichen Raum sind Verbindungsabbrüche und stillstehende Videoübertragungen bei Videokonferenzen gelebter Alltag. Bei den Weiterbildungsangeboten wurde schnell deutlich, dass Mitarbeitende aus der Produktion im Nachteil sind, weil sie in der Regel über keine betriebliche Hardware für Videokonferenzen verfügen. Hinzu kommen Fragen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz bei der Auswahl geeigneter Lösungen für Videokonferenzen. Nicht zuletzt hat sich gezeigt, dass wertvolle „Pausengespräche“ weggefallen sind und in der Mitgliedschaft eine digitale Müdigkeit zu spüren ist. Verstärkt hören wir den Wunsch nach mehr persönlichem  Miteinander.

Die persönliche Begegnung bleibt wichtig 

Im Rückblick zeigt sich, dass die Chemieverbände Rheinland-Pfalz die Chancen genutzt und die Herausforderungen gemeistert haben. Auch zukünftig werden virtuelle Angebote einen festen Platz haben, um die Chancen für die Verbandsarbeit zu nutzen. Wo immer es vertretbar ist, wird jedoch der persönliche Austausch weiterhin das Ziel der Verbände bleiben. Das soziale Miteinander braucht den persönlichen Kontakt. Daher wird „virtuell“ ein Baustein bleiben, aber nicht der Schwerpunkt.

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Gemeinsam durch die Pandemie

In der Krise mussten sich die Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände Rheinland-Pfalz schnell auf eine neue Situation einstellen. Der Wechsel in den Krisenmodus hat in der Branche grundsätzlich gut funktioniert. Tarifliche Arbeitszeitkonten, Absenkung der Arbeitszeit, Kurzarbeit und Home-Office wurden von den Betrieben dafür genutzt. Doch die  Branche leistete noch mehr, sie hat sich ihrer  gesellschaftlichen  Verantwortung auch in Zeiten der Krise gestellt.

So wurden durch die Betriebe Desinfektionsmittel, Masken, Faceshields und Kunststoffplatten produziert, um den Bedarf für Schutzmaßnahmen schnell decken zu können. Geld verdient haben die Betriebe damit nicht: Besonders das dringend benötigte Desinfektionsmittel wurde in den Hochzeiten gespendet oder zum Selbstkostenpreis abgegeben. 

Desinfektionsmittel spielen eine wichtige Rolle in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie COVID-19. Mit dem Ausbruch der Pandemie im März stieg der Bedarf rapide an. Die Chemie-Branche reagierte umgehend auf den Bedarf. So wurden im April 2020 laut statistischem Bundesamt 161 Prozent mehr Desinfektionsmittel produziert als im Vorjahresmonat. Dies entspricht rund 14.800 Tonnen Wirkstoffgewicht. Der April kennzeichnet auch den Jahreshöhepunkt der Produktion. Zusätzlich wurde auch die Verteilung der Mittel zu einer zentralen Frage. 

Dem gleichen Gedanken folgend, sagte der VCI Anfang 2021 seine Unterstützung beim Impfstoff-Gipfel zu. Ähnlich wie die Notfallversorgung mit Desinfektionsmitteln aufgebaut war, sollte eine Plattform für Impfzubehör geschaffen werden. So sollte die Versorgung mit Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösungen sichergestellt werden. Das klare Mandat kam von der Bundeskanzlerin umgehend. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große-Entrup bewertete dies als „großartige Anerkennung und Vertrauen der Bundesregierung“. Mit beiden Plattformen zeigte der VCI, dass der Industrieverband nicht nur mit Fachexpertise an der  Gestaltung politischer Rahmenbedingungen beteiligt ist, sondern auch in einer außergewöhnlichen Lage bereit und fähig ist, mit seinen Mitgliedsunternehmen die Politik bei der Bewältigung von großen Herausforderungen zu unterstützen.

Betriebe aus Rheinland-Pfalz unterstützen in der Krise

Auch in Rheinland-Pfalz unterstützten die Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände tatkräftig, zum Beispiel:

  • Spende von Mund-Nasen-Schutzmasken von der BASF und Röhm
  • An Arzneien und Therapien gegen Corona forscht Boehringer Ingelheim
  • Desinfektionsmittel von URSA Chemie, BASF, TANA Chemie, Wigol, Thor, Rhodius, Budenheim
  • Vliesstoffe für Masken von Freudenberg
  • Kunststoffplatten von Polycasa und Röhm
  • und mehr

Die Liste des Engagements der Betriebe könnte so weiter fortgesetzt werden. Mehr Informationen und Berichte gibt es in unserem Magazin „Wir. Hier.“, welches online aufrufbar ist unter https://www.wir-hier.de

Schutz der Belegschaften

Hand in Hand arbeiteten auch die Belegschaften in den Betrieben, da Corona die Arbeitswelt verändert hat. Wo immer möglich, schickten die Arbeitgeber die Mitarbeitenden in das Home-Office. Für die Belegschaft in der Produktion wurden Ideen entwickelt und umfangreiche Hygienekonzepte umgesetzt, um diese zu schützen. Einige Unternehmen gingen sogar weit über die Vorgaben hinaus, um Ältere und Eltern zu unterstützen. Viele Betriebe teilten Arbeitsbereiche in Gruppen auf, um im Falle einer Infektion arbeitsfähig zu bleiben und vergrößerten die Pausenräume. Daneben gab es Hygieneschulungen und regelmäßige Treffen der Krisenstäbe in den Standorten.

„… großartige
Anerkennung und
Vertrauen der
Bundesregierung.“

VCI-Hauptgeschäftsführer
Wolfgang Große-Entrup

Unternehmen brauchen Hilfe bei strukturellem Wandel

Nicht nur auf Bundesebene, auch in Rheinland-Pfalz gab es eine enge Abstimmung und einen intensiven Dialog in der Krise. Es hat die Betriebe bislang viel Kraft gekostet, ihren Beitrag zur Lösung der Situation zu leisten. Die Branche wird mindestens bis 2022 brauchen, um sich zu erholen. Doch neue Herausforderungen stehen bereits vor der Tür. Und hier ist die Politik gefragt, den Unternehmen zur Seite zu stehen. Wirtschaftspolitisch muss die Politik dringend handeln und Investitionshemmnisse abbauen sowie die Regulierungsabsichten mit Augenmaß vorantreiben. Um was es geht, berichten wir hier.

Auch politisch war es für die Chemieverbände eine herausfordernde Zeit. Stets bestand guter Kontakt zur Landesregierung, der Gewerkschaft und auch zu anderen Verbänden. Dies war wichtig, um sich bei der Festlegung von Rahmenbedingungen schnell austauschen zu können. Denn eine besondere Herausforderung war die Dynamik der Entwicklungen: Im Eiltempo wurden Gesetze beschlossen, Vorschriften geändert und Handlungsspielräume für  Unternehmen geschaffen. Das war gut, führte allerdings auch dazu, dass Stellungnahmen zu politischen Vorhaben innerhalb einer sehr kurzen Frist von einem Tag formuliert werden mussten.

Die Corona-Pandemie stellte alle Menschen vor gewaltige Herausforderungen. Die Unternehmen haben sich der Krise gestellt. Gemeinsam haben die Mitarbeitenden die Produktion unter erschwerten Bedingungen aufrecht erhalten. Die Chemie-Unternehmen haben sich dafür Anfang 2021 mit der Initiative #AUFDICHKOMMTESAN bedankt.

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Was macht erfolgreiche Verbandsarbeit aus?

Ein Kommentar von Christian Metzger, Vorstandsvorsitzender der Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Christian Metzger

„Die Bündelung von Interessen innerhalb der Chemieverbände ist dabei die schwierigste Funktion.“

Die Diskussionskultur in Deutschland hat sich  verändert. Der Ton ist schärfer geworden. Menschen mit einer anderen als der eigenen Meinung werden ausgegrenzt oder in polemische Wortgefechte verwickelt. In der Folge bleiben viele in ihrer Meinungsblase gefangen, Risse gehen durch die Gesellschaft und demokratisches Streiten wird verlernt.

Nun, werden Sie sich fragen, warum ich das kommentiere? Ganz einfach: Es wird heute häufig geklagt und geschimpft und es werden Schuldige gesucht. Vermeintlich Benachteiligte und ebenso vermeintlich Bevorzugte rechnen mal so richtig miteinander ab. „Harte Kante“ zeigen und mal so richtig „mit der Faust auf den Tisch hauen“ sind häufig Synonyme für das neue Verständnis. Eine Entwicklung, die nicht ohne Einfluss auf Verbände und deren Interessenvertretung bleibt. Und eine Art des Diskurses, den ich nicht als erfolgreich bezeichne.

Doch gerade wegen der Dynamik des sich verändernden Umfeldes, das ich mit Schlagworten wie Klimaschutz, Energieversorgung und Mobilität skizzieren möchte, steht unsere Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. Wir sind mehr denn je gefordert, Kompromisse einzugehen. Doch wenn hier Erwartungen nicht erfüllt werden, wenn also Interessen nicht im großen Umfang durchgesetzt werden können, entsteht Unzufriedenheit. Was also macht erfolgreiche Verbandsarbeit aus?

Der Ansprechpartner des Arbeitgeberverbandes ist auf der Ebene der  tariflichen Debatten die IG BCE und in sozialpolitischen Fragestellungen sind es die Ministerien, Abgeordnete und Parteien auf Landes- und Bundesebene. Der Verband der chemischen Industrie ist der Ansprechpartner für die klassische Interessenvertretung wirtschaftspolitischer Themen gegenüber Politik und Gesellschaft.

Die Bündelung von Interessen innerhalb der Chemieverbände ist dabei der Schlüssel zur erfolgreichen Verbandsarbeit – und gleichzeitig seine schwierigste Aufgabe. Unsere Mitgliedsunternehmen sind kleine, mittelständische und global agierende Betriebe, deren Interessen ebenso verschieden sind. Die primäre Aufgabe der Chemieverbände besteht nun darin, die Einzelinteressen der Mitglieder zu sammeln, zusammenzufassen und gemeinsame Standpunkte zu entwickeln. Als Chemieverbände können wir auf diese Weise eine sachliche Position herausarbeiten, die dann auch nach außen hin vertreten wird. Nicht immer haben wir den gewünschten Erfolg, 
dass unsere Position zum allgemeinen Konsens wird.

Das ist seit über 70 Jahren tägliches Geschäft des Haupt- und Ehrenamtes in den Verbänden: In der Diskussion mit anderen Interessensgruppen kristallisiert sich im Rahmen der Pluralismustheorie ein Gemeinwohl heraus. Nach dieser Theorie ist das Allgemeinwohl das Resultat eines im politischen Diskurs gefundenen Konsenses. Bestehende unterschiedliche Interessen werden hierbei im Wettstreit um die besten Argumente akzeptiert. Grundsätzlich ist hier die Art und Weise der Entstehung des Konsenses wichtig. Es geht um Wertschätzung und Augenhöhe im Miteinander. Während meiner Tätigkeit in den Vorständen der Chemieverbände habe ich mehrmals mit den gleichen Personen zu verschiedenen Themen gesprochen. Und mir war und ist wichtig, dass ich meinen Diskurspartnern auch nach dem Streitgespräch in die Augen schauen konnte.

Am Ende meiner Vorstandstätigkeit bedanke ich mich daher für das Engagement zur Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe beim Ehrenamt und Hauptamt der Chemieverbände Rheinland-Pfalz. Besonders in der Zeit der Corona-Pandemie war und ist die Interessenvertretung nicht immer einfach. Denn wir können uns nicht mit eindimensionalem Schwarz-Weiß-Denken begnügen, wie ich es eingangs beschrieben habe. Die Artikulation und Implementierung der Interessen sind komplex und mehrschichtig und bewegen sich stets in einem Spannungsfeld objektiver und subjektiver  Betrachtungsweisen. 

Der offene Umgang mit Positionen und Gegenpositionen schafft aber ein Umfeld, in welchem die Konsensfindung zum Allgemeinwohl
möglich ist. Das ist erfolgreiche Verbandsarbeit. Ich möchte mich auch bei Ihnen für das Vertrauen bedanken, das Sie in den vergangenen vier Jahren unserem Hauptamt, dem Vorstand und mir entgegen gebracht haben.

Ihr Christian Metzger

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Der (ökonomische) Wert des Wissens

Wissen wird für Geschäftsprozesse immer wichtiger. Doch die Informationsflut steigt. Der entscheidende Mehrwert für Unternehmen ergibt sich aus dem richtigen Filtern und Vernetzen der Informationen. Dies leistet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bei Regulierungen und Gesetzesvorgaben.

Die Chemie ist so stark reguliert wie kaum eine andere Branche, und auch zukünftig sind weitere Vorgaben zu erwarten: Der „Green Deal“ der EU mit Klimaschutzvorgaben und neuer Chemikalienstrategie, Brennstoffemissionshandelsgesetz, eine neue TA Luft und weitere angepasste technische Richtlinien in Deutschland, ein neues Klimaschutzkonzept sowie die Novellierung des Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetzes in Rheinland-Pfalz. Hinzu kamen die Coronabekämpfungsverordnungen in Rheinland-Pfalz. Für die Betriebe wird es zunehmend herausfordernder, nicht nur den Überblick über gesetzliche Vorgaben zu behalten, sondern auch  Entwicklungen zu verstehen, zu antizipieren und verantwortlich umzusetzen.

Der VCI-Landesverband Rheinland-Pfalz unterstützt die Mitgliedsunternehmen mit einem engmaschigen und themenspezifischen Angebot an Infomails. Die Fachleute in den Mitgliedsunternehmen können sich aus 18 verschiedenen Rubriken einen persönlichen Service zusammenstellen. Abgedeckt werden die wichtigsten Bereiche des Arbeits- und Umweltschutzes, Energie und Klima, Forschung und Innovation sowie allgemeine Wirtschaftsthemen. Insgesamt über 1.000 Einzelinformationen werden so durch den VCI-Landesverband aufbereitet und angeboten. 

Neben den Informationen zu gesetzlichen Regelungen gibt es wertvolle Umsetzungstipps und Best-Practice-Informationen durch VCI-Leitfäden sowie Fortbildungsveranstaltungen und Online-Seminare. Die Mitglieder des VCI profitieren nicht nur von den Fachleuten im Landes- und Bundesverband. In einem Expertenrat kann Wissen und Erfahrung aus anderen Betrieben schnell verfügbar gemacht werden. Dies hilft den Unternehmen, zielgenaue Lösungen zu finden und Fehlinvestitionen zu vermeiden. Der Dialog mit den Fachleuten zur betrieblichen Praxis ist zudem eine Hilfe für die politische Arbeit des VCI. Gerade bei Gesetzesnovellen ist es wichtig, jederzeit ein genaues Bild der Auswirkungen in den Betrieben zu vermitteln und so Fehlentwicklungen vorzubeugen.

Rückmeldung aus der Mitgliedschaft zu den Angeboten:

„wichtig für Genehmigungsverfahren“

„sehr hilfreich“

„weiter so!“

„erleichtert die Arbeit“

„genau richtig“

Dieses Wissen führt zu einem ökonomischen Mehrwert für die Mitglieder:

  • eingesparte Kosten für Seminare bei externen Anbietern
  • kosteneffiziente Umsetzung von Vorgaben
  • verbesserte eigene Beurteilungskompetenz bei Auftragsvergaben,
    zum Beispiel an Ingenieurbüros

Aber auch durch die politische Arbeit der Verbände, durch die in Gesetzesentwürfen und -novellierungen oftmals praxisnähere und weniger schwierige Formulierungen erreicht werden können, ergibt sich für die Mitglieder im Vergleich zu den Mitgliedsbeiträgen ein Kostenvorteil von mindestens Faktor fünf. Dies zeigen regelmäßige interne Analysen.

Leistungen des VCI

Interessenvertretung

  • Chemie- und Pharma-Dialog
  • Abgeordnetengespräche
    in Betrieben
  • Begleitung von Gesetzgebungsverfahren
    auf allen Ebenen
  • Kontakt zur Landesregierung
    und Parlamentariern sowie
    Behördenkontakte

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

  • Ihre Chemie
  • Deine Chemie
  • Wir. Hier.
  • Chemie3

Wissenschafts- und Nachwuchsförderung

  • Förderung von Universitäten
    und Schulen durch den Fonds
    der Chemischen Industrie
  • Angebote für die Lehrerausund
    -weiterbildung
  • Schülerwettbewerbe
  • Kindertage der Chemie

Informationsleistungen

  • Infomails
  • REACH-Plattform
  • Umsetzungshilfen
  • Leitfäden
  • Workshops
  • Seminare
  • Fortbildung der Umweltbeauftragten

Kooperationsleistungen

  • Verbände-Netzwerk
    – Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz
    – Landesverband der Unternehmerverbände (LVU)
    – VCI-Landesverbände
    – Zahlreiche Fachverbände (Lack, Körperpflege und
    Waschmittel, Kunststoffe, …)
    – VCI-Bundesverband
    – Bundesverband der  Deutschen Industrie
    – Europäischer Chemieverband CEFIC
  • Einkaufskooperationen
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Regulierungswelle statt Belastungsbremse

Bernd Vogler

Ein Kommentar von Bernd Vogler,
Hauptgeschäftsführer Chemieverbände Rheinland-Pfalz

In der Krise konzentriert man sich auf das  Krisenmanagement. Jeder Krisenstab fokussiert sich auf das Wesentliche, um mit aller Kraft den Schaden so klein wie möglich zu halten. Für die Chemie-Industrie nur ein frommer Wunsch in der Coronakrise – jedenfalls was neue Regulierungen und Belastungen für Unternehmen
angeht. In den zurückliegenden Monaten waren die Verantwortlichen in unseren  Mitgliedsunternehmen buchstäblich rund um die Uhr damit beschäftigt, die Gesundheit der  itarbeitenden, den Geschäftsbetrieb und
die Arbeitsplätze zu schützen (wir berichten dazu ab Seite 18). Dass es in solchen Zeiten eine Vielzahl – coronabedingt – laufend wechselnder Regulierungen zu beachten gab, ist unvermeidlich und verständlich. Dass aber just zu diesen Zeiten die größte sozialpolitische und umweltrechtliche Regulierungswelle
seit Jahrzehnten über die Branche hereinbricht, ist nur aus einer politischen Binnenlogik heraus erklärbar. Gut für unsere Branche, für Wirtschaft und Wohlstand ist es in der Summe dieser Vorhaben nicht.

„Falsch und gefährlich
ist die schiere Menge
der Regulierung…“

Jedes einzelne Gesetzesvorhaben ist sicherlich diskutabel und begründbar – aus unserer Sicht mal mehr, mal weniger stichhaltig. Die Mehrheit der Gesetze hat ihren guten Grund und richtige Ziele. Falsch und gefährlich ist die schiere Menge der Regulierung, zur Unzeit und mit der falschen Regelungstechnik: Fast nie mehr „smart“, flexibel und differenziert, sondern immer öfter mit dem pauschalen Verbot, mit Zwang und starrer Anordnung. Recht auf Home-Office, mehr Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte, weitgehendes Verbot von Befristungen, Produktverbot für Kunststoffe, Einwegkunststoffkennzeichnungsverordnung, Lieferketten-/ 
Sorgfaltspflichtengesetz, Neufassung der TA Luft, des Umweltschadensgesetzes, Änderungen im Kreislaufwirtschaftsgesetz, im Wasserhaushaltsgesetz, im Produktsicherheitsgesetz, in der  Abwasserverordnung, in der Gewerbeordnung, Entwurf eines Umweltstatistikgesetzes, das Arbeitsschutzkontrollgesetz und die Arbeitsschutzänderungsverordnung, Grundrentengesetz, Arbeit-von-Morgen-Gesetz, Arbeitnehmer-Entsendegesetz – das und mehr baut sich zu einer Welle auf, die mit voller Wucht die Unternehmen trifft.. Hinzu kommen geänderte technische Richtlinien, wie das TRGS (technische Regeln für Gefahrstoffe) 900, 722, 510, 910, 903. Die Liste lässt sich problemlos fortsetzen – auch mit großen Themen wie dem Komplex Energie, Emissionshandel und BEHG (Brennstoff-Emissionshandelsgesetz) sowie dem europäischen Green Deal mit dem Ziel „Zero Emission“ und „Non Toxic-Environment“.

„Wir stehen als Branche
mitten in einem tiefgreifenden
Strukturwandel…“

Wir stehen als Branche mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel – auf dem Weg zur Klimaneutralität und zur Kreislaufwirtschaft ist unsere Branche die Lösungsindustrie und kann und wird Großes leisten, aber es bedeutet immense finanzielle und technische Anstrengungen. Er bietet große Chancen, aber bringt zunächst ein hohes wirtschaftliches Risiko im internationalen Wettbewerb.

Strukturwandel und Corona – mehr als genug, möchte man meinen. Mehr als ausreichend die Begründung für ein schon lange von uns gefordertes Belastungsmoratorium. Die politische Realität sieht anders aus. Und die
große Regulierungswelle im Zuge des Green Deal hat noch gar nicht richtig begonnen. „REACH 2.0“ & Co stehen uns erst bevor. 

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist eine starke Branche in Rheinland-Pfalz, das hat Corona sehr deutlich gezeigt. Im Vergleich der Industriebranchen haben wir auch eine starke Stimme gegenüber der Politik. Diese Stärken werden wir in den nächsten Jahren allerdings auch dringender brauchen denn je.

Konjunktur

Im Wirtschaftsjahr 2020 waren die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie allgegenwärtig und prägten das Geschäft der  Mitgliedsunternehmen. Die wirtschaftliche Betroffenheit der Unternehmen war unterschiedlich ausgeprägt. Während zum Beispiel Hersteller von Reinigungsmitteln und Farben für den Heimwerkermarkt einen Aufwärtstrend erlebten, gab es insbesondere bei Herstellern von Basischemikalien und Automobilzulieferern einen starken Einbruch. Dies sorgte für negative Entwicklungen in allen wichtigen Kennziffern.

Umsatz

in ausgewählten Branchen in Millionen Euro

Umsatz 2020 in ausgewählten Branchen in RLP

Vor dem Hintergrund der weltweiten Krise ist die Chemie-Branche im Verhältnis zu anderen Branchen glimpflich durch das Jahr gekommen. Insgesamt wurde ein Umsatz von rund 25 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind 2,8 Milliarden Euro oder rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit bestätigt sich die Prognose der Chemieverbände, die von einem Rückgang im Gesamtjahr ausgegangen ist.
Höhere Preise am Markt sowie ein starkes viertes Quartal in der Chemie konnten die negative Entwicklung abfedern. So stieg die Produktion vom dritten zum vierten Quartal um 5,4 Prozent an. Dies reichte aber nicht, um die Zahlen ins Positive zu drehen. Im Gesamtjahr verbuchten die Chemiebetriebe weniger Aufträge (- 4 %) und eine geringere Produktion (- 3,4 %). Damit hat sich die Chemie in Rheinland-Pfalz schlechter entwickelt als im Bundesdurchschnitt. Die pharmazeutische Industrie hat insgesamt mit einem Umsatzminus von 4,2 Prozent abgeschlossen. Rückläufig waren ebenso Aufträge (- 14,5 %) sowie Produktion (- 18,3 %), wobei hier Sondereffekte aus den Vorjahren zu berücksichtigen sind. Die Hersteller von Kunststoff- und Gummiwaren erwirtschafteten 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Damit haben die Branchen das zweite Mal in Folge mit einem Umsatzminus das Kalenderjahr abgeschlossen. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten in der Chemie (- 1,2 %) und bei den Herstellern von Kunststoff- und Gummiwaren (- 3,6 %). Einzig Pharma blieb mit + 0,8 Prozent stabil. Zu Jahresbeginn 2021 startete der Chemieumsatz im Januar mit einem Minus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Im Februar hatte er bereits das Niveau des letzten Jahres erreicht. Laut einer VCI-Befragung rechnet rund die Hälfte der Unternehmen im Gesamtjahr 2021 mit steigenden Umsätzen. Allerdings gehen auch knapp 30 Prozent der befragten Unternehmen von Umsatzrückgängen im Inland aus. Die Gespräche mit Entscheidern zeigen, dass die Branche wenigstens bis 2022 braucht, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Die aktuellen Logistikprobleme sowie Knappheit und Verteuerung bei den Rohstoffen bremsen die Betriebe zusätzlich aus. Auch die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sowie die  verschärften Klimaschutzziele und die geplante Neugestaltung der EU-Chemikalienverordnung REACH verursachen eine zusätzliche Unsicherheit in den Betrieben und können in den Auswirkungen schwer eingeschätzt werden.

 

Corona-Folgen auch in der Ausbildung spürbar

Die Ausbildungsplatzsituation der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes war stabiler als im rheinland-pfälzischen Landesdurchschnitt. Insgesamt wurden 1.308 Ausbildungsplätze angeboten. Durch betriebliche Abstands- und Hygieneregeln sowie Einschränkungen zum Schutz der Beschäftigten konnten nicht alle Ausbildungsplätze wie gewohnt besetzt werden. Wenn die Pandemie-Lage es zulässt, gehen die Chemieverbände von einem Anstieg im kommenden Jahr aus. Denn der Bedarf an Fachkräften in der Branche ist hoch: Rund 94 Prozent der Ausgelernten werden übernommen. Von den 1.308 angebotenen Ausbildungsplätzen entfallen 1.054 auf die duale Ausbildung, 118 auf ein Duales Studium und 136 auf besondere Fördermaßnahmen, wie die von den Tarifpartnern betriebenen Start-Programme für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche. 1.230 Stellen konnten besetzt werden. Die Übernahmequote beträgt 94 Prozent.

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Am Limit – HR in der Corona-Pandemie

In Corona-Zeiten ein Unternehmen erfolgreich zu führen, ist wie Rafting im wilden Wasser: Es gilt, Hindernisse rechtzeitig zu umschiffen und souverän ans Ziel zu kommen. Treue Begleiter waren die Juristen des Arbeitgeberverbandes, die durch Beratung und Unterstützung die Personalabteilungen entlasteten.

Seit nun über einem Jahr arbeiten Geschäftsführungen, Krisenstäbe und Mitarbeiter unter Hochdruck. Bereits im letzten Jahresbericht hatten wir über die Unterstützung der Chemieverbände Rheinland-Pfalz für die Mitglieder geschrieben. Die Hoffnung, dass es zum Jahresende einfacher werden würde, hat sich nicht erfüllt. Ende 2020 und Anfang 2021 gab es weiterhin vielfältige Herausforderungen zu meistern. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die tariflichen Verpflichtungen durch den Zukunftsbetrag und die Pflegezusatzversicherung CareFlex sowie die gesetzlichen Änderungen, die auf die Unternehmen einprasselten, waren ein ungünstiger Mix. Es mussten komplexe Themen parallel bearbeitet werden, die für sich genommen bereits die volle Konzentration erforderten. Viele Personalabteilungen konnten nicht gestalten, sondern waren gezwungen, zu verwalten und auf sich schnell verändernde Situationen zu reagieren. Eine Herausforderung auch für die Rechtsberatung des Arbeitgeberverbandes. Denn diese orientiert sich an den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Durchgängig in der Corona-Zeit jedoch war, dass politische Beschlüsse mit kurzer Reaktionszeit umgesetzt werden mussten. Die Verkündung im Gesetzblatt, welches für die Umsetzung allein maßgeblich ist, erfolgt zumeist aber erst Tage nach der medialen Bekanntgabe neuer Beschlüsse. In der unsicheren Zwischenzeit waren die Juristen gefordert, Antworten zu geben und schnell und praxisnah Lösungen zu finden.

Vernetztes Arbeiten nimmt zu

Fand die Beratung vor Corona vorwiegend vor Ort, am Telefon oder per Mail statt, hat der Austausch mit  Videokonferenz-Systemen deutlich zugenommen. Seitens der Personaler und der Juristen schätzt man die Vorteile:

  • Effektiveres Arbeiten durch gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten
  • Besseres Abstimmen durch Erkennen von Mimik und Gestik der Gesprächspartner
  • Bessere persönliche Ebene durch Augenkontakt
  • Termine ad hoc umsetzbar
  • Schnellere Reaktionsfähigkeit auch bei schwierigen Themen

Corona und die Politik – eine Herausforderung

Im Frühjahr 2020 war die Kurzarbeit in der Rechtsberatung bestimmend. Da es im Gegensatz zur Wirtschaftskrise 2008/2009 vielfältigere Möglichkeiten in der Ausgestaltung gab, stieg der Beratungsbedarf in den Unternehmen deutlich an. Hinzu kamen der Umgang mit Infektionsverdacht im Betrieb und mit Urlaubsheimkehrern. Auch Fragen zu Kinderbetreuung und möglichen Ausfallentschädigungen wurden gestellt, wenn die Schulen über Nacht geschlossen wurden und die Menschen nicht mehr arbeiten konnten. Neu war für die Betriebe auch, wie adäquat mit Verstößen gegen die Hygiene-Regeln und sorglosen Beschäftigten umgegangen werden sollte. Besonders hier häuften sich Abmahnungen. Da im ersten Lockdown auch die Arbeitsgerichte  geschlossen waren, verzögerten sich viele Verfahren. Die „Verschnaufpause“ zwischen dem ersten und zweiten Lockdown war gefüllt mit den Fällen, die bis dahin liegen geblieben waren.

Doch nicht nur Corona beschäftigte die Personalabteilungen. Weitere Themen waren unter anderem das Gesetzesvorhaben zum mobilen Arbeiten in Kombination mit dem Betriebsrätestärkungsgesetz, welches ein Mitspracherecht beim Home-Office einräumt. Besonders die Diskussion über das Arbeiten von zu Hause aus war geprägt durch verschiedene politische Ideen und Konzepte. Es sorgte für Unsicherheiten bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, da betriebliche Angelegenheiten mit dem privaten Raum vermengt werden. Zudem ergeben sich aus dem Angebot eines „Home-Office“ Folgefragen, die bislang ungenügend durch den Gesetzgeber geklärt wurden: Mietkosten, Stromkosten, Ausstattung, Datensicherheit und Arbeitsschutz sind nur ein paar Punkte aus der langen Aufzählung. Die Arbeitgeber haben sich daher gegen einen gesetzlichen Zwang ausgesprochen, auch deshalb, weil der betriebliche Gestaltungsspielraum für zielführende Lösungen genutzt werden sollte und sich kaum ein Betrieb einer Vereinbarungslösung verweigern wird, wenn diese sinnvoll und für ihn gut umsetzbar ist.

Schnelle Lösungen statt langer Verhandlungen

Auch die Umsetzung des Tarifvertrages „Moderne Arbeitswelt“ wurde durch Corona überlagert. Vor dem Hintergrund von Kurzarbeit und Umsetzung von Hygiene-Maßnahmen in den Betrieben wurden Verhandlungen in Präsenz mit den Betriebsräten erschwert, und es blieb wenig Raum für eine zielführende Ausgestaltung. Stattdessen mussten viele Unternehmen die Verschiebeoption nutzen und es gingen Chancen verloren, die der Vertrag gestalterisch geboten hatte. Statt Investitionen in Weiterbildung oder  Gesundheitsmaßnahmen der Beschäftigten gab es Freizeit oder Geld. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die betrieblichen Verhandlungen oftmals durch das Verständnis der Betriebsräte geprägt war, dass freie Tage verbindlich seien. Dies war aber nie die Intention des Vertrages und musste durch die Juristen des Arbeitgeberverbandes und die Personalverantwortlichen in den Betrieben in langwierigen Gesprächen geklärt werden. Wo dies nicht möglich war, griff am Ende die Auffangregelung: hälftige Teilung des Zukunftsbetrages in Freistellung und Auszahlung.

Hohe Taktrate mit Schwarmintelligenz

Wie groß der Druck in den Betrieben war, zeigen auch die Anfragen aus den Betrieben. Über Monate hinweg kamen Mails und Anrufe zwischen 06:30 Uhr und 22:30 Uhr im Arbeitgeberverband an. Speziell für die Corona-Themen hatte der Arbeitgeberverband eine Hotline eingerichtet. Synchron zu der hohen Taktrate in den Betrieben führte das Juristen-Team um Geschäftsführer Hubert Bloesinger tägliche virtuelle Meetings durch. So wurden der Wissenstransfer beschleunigt, Neuerungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen besprochen und praktikable Angebote und Lösungen für die Mitgliedsunternehmen erreicht. Profitieren konnten die Personalabteilungen zudem durch den Corona-Newsletter mit Muster-Betriebsvereinbarungen und Verhandlungshilfen zu Kurzarbeit und mobilem Arbeiten. Als hilfreich empfanden viele Personaler auch die guten Kontakte der Geschäftsstelle zur Landesregierung und zur Agentur für Arbeit, um Fragen rund um die Kurzarbeit zu klären.

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Mitgliederbefragung 2021

Wir wollen unseren Mitgliedern einen besonderen Mehrwert bieten und unsere Leistungen optimal an ihre Bedürfnisse anpassen. Seit unserer letzten Mitgliederbefragung sind fast sechs Jahre vergangen. 
Unser Fazit: Wir sind gut. Aber wir wollen es besser.

Als Chemieverbände Rheinland-Pfalz sind wir eine Gemeinschaft aus Unternehmen unterschiedlicher Größe in verschiedenen Geschäftsbereichen: Neben Chemie und Pharma sind das beispielsweise die Kunststoffverarbeiter, Hersteller von Farben und Lacken, Reinigungsmitteln, Industriegasen oder auch Kosmetik. Daraus ergibt sich eine hohe Bandbreite an Bedürfnissen und Erwartungen an uns. Mit der Mitgliederbefragung wollen wir nicht nur herausfinden, ob und wie unsere Angebote genutzt und bewertet werden. Neben der Zufriedenheit ermitteln wir die emotionale Bindung der Unternehmen mit dem FAN-Prinzip des Mainzer  Marktforschungsunternehmens 2HMForum.

In der Befragung berücksichtigen wir die verschiedenen Einzel- und Doppelmitgliedschaften im Arbeitgeberverband sowie dem VCI-Landesverband Rheinland-Pfalz. In insgesamt 184 telefonischen Interviews haben uns Entscheider, Personalverantwortliche, Umwelt- und Sicherheitsbeauftragte sowie Kommunikationsverantwortliche bewertet und wertvolle Rückmeldungen gegeben. Dafür bedanken
wir uns herzlich.

 

Die diesjährige Befragung ergab erneut mit 90 Prozent hohe Zufriedenheitswerte mit unseren Leistungen. Damit liegen die Chemieverbände über dem Durchschnitt von 69 Prozent für vergleichbare Branchen-, Fach- und Arbeitgeberverbände. Ebenfalls bestätigt wurde die sehr gute persönliche Beziehung zwischen den Menschen in den Unternehmen und den Chemieverbänden. Besonders positiv werden die Servicequalität, Lösungskompetenz und fachliche Kompetenz bewertet. Verbesserungen gegenüber der Befragung im Jahr 2015 gab es bei der Bekanntheit und Nutzung unserer Angebote und Dienstleistungen. Verbesserungsbedarf gibt es bei der Bekanntheit unserer Social Media Angebote. 

Die Ergebnisse der Befragung zeigen zudem, wo wir unsere Passung zu den Mitgliedern nachjustieren müssen, um deren Interessen noch besser vertreten und so die Mitgliederbindung stärken zu können: So hat die Zufriedenheit mit der Tarifpolitik deutlich nachgelassen und die Entscheider wünschen sich mehr Durchschlagskraft in der politischen Interessenvertretung. Lesen Sie auch den Kommentar zur Interessenvertretung angesichts der aktuellen Regulierungswelle von Hauptgeschäftsführer Bernd Vogler.

 

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Chemie im Spiegel der Gesellschaft

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft verändert. Insbesondere die eigenen Lebensumstände wurden durch die Menschen neu bewertet. Dies betrifft auch die Wahrnehmung der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland.

Daher haben der Verband der Chemischen Industrie sowie die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie eine Studie in Auftrag gegeben, um zu erfahren, wie die Menschen im Land unsere Branche sehen und bewerten.

Beauftragt wurde das Kölner Rheingold-Institut, welches die Ergebnisse mittels einer tiefenpsychologischen Methode herausgearbeitet hat. Es wurden mehrstündige intensive Befragungen durchgeführt, die weit über eine klassische Befragung hinausgehen. Nicht neu ist die Erkenntnis, dass es kein einheitliches Verständnis der Chemie-Industrie gibt. Spannend ist jedoch, dass sich die Wahrnehmung unserer Branche innerhalb dieser vier Aspekte bewegt:

1. Abstrakte Unfassbarkeit
2. „Teufelswerk“
3. Lösungsindustrie
4. Elementare Lebensnotwendigkeit

Die strategische Herausforderung der Chemie-Industrie besteht darin, ihre 
große Bedeutung und wichtige Rolle als Problemlöser einzunehmen, ohne bei den Menschen die Gefühle der Abhängigkeit und Unmündigkeit auszulösen. Wir sind ein starker Partner – auf Augenhöhe der Gesellschaft. Dies kann gelingen, indem unsere Branche ihre gesellschaftliche Akzeptanz vorantreibt. Die Rheingold-Studie stellt zehn Leitideen vor, die im Wesentlichen das Wir-Gefühl von Chemie-Industrie und Gesellschaft stärken sollen – durch einen intensiveren Dialog mit Stakeholder-Gruppen und durch Beispiele, wie Chemie einen konkreten Nutzen schafft. Und bei allen Bemühungen sollte weiterhin darauf geachtet werden, den Zauber der Chemie zu erhalten.

Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz berücksichtigen diese Empfehlungen und Leitgedanken durch verschiedene Angebote. Im Mitarbeitermagazin „Wir. Hier.“ stellen wir Menschen aus der Chemie vor und bringen Beispiele für den praktischen Nutzen unserer Branche für die Gesellschaft. Im Ausbildungsblog „Chemie-Azubi“ geben wir Einblicke hinter die Kulissen der Betriebe am Beispiel der Ausbildung und Berufe. Bei MI(N)Treden beziehen wir Position und zeigen, woran wir forschen und wofür wir stehen. Und mit den Kindertagen der Chemie verzaubern wir Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz mit faszinierenden Experimenten. Alle  Angebote verbinden wir mit der Bereitschaft zum Dialog und zum Austausch.

Die Ergebnisse der Rheingold-Studie sind auf 25 Seiten zusammengefasst und als PDF unter http://cvrp.de/rheingold verfügbar. Die Angebote und Leistungen der Chemieverbände finden Sie online unter https://www.chemie-rp.de

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MI(N)Treden zum Mitreden

Argumente parat haben, mitreden können, durchdachte Positionen beziehen bei Themen, die alle betreffen. Das soll die Schule den Schülern vermitteln und dafür ist MINTWissen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eine  unentbehrliche Grundlage.

Die Anliegen, die wir diskutieren müssen und für die wir in unserer Gesellschaft Lösungen brauchen, sind zahlreich: Maßnahmen zum Klimaschutz, Impfstoffentwicklung in Coronazeiten, neue Batteriekonzepte für die E-Mobilität, moderne, produktive Landwirtschaft bei gleichzeitigem Schutz der Biodiversität und vieles mehr. Für Lehrkräfte bedeutet dies, sie müssen ständig up to date bleiben, um ihren Schülern zeitgerechte Informationen zu vermitteln. Was viele nicht wissen: Die chemische Industrie trägt bei vielen dieser Themen erheblich zu den Lösungen bei. Um Lehrkräften Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuesten Forschungsergebnissen zu verschaffen, haben die Chemieverbände Rheinland-Pfalz im September 2020 zusammen mit weiteren Akteuren aus dem Bildungsbereich eine neue Fortbildungsreihe konzipiert, die rein online stattfindet: „MI(N)Treden“.

Diese Fortbildungen stellen einmal im Monat Themen in den Fokus, die alle betreffen. Sie stehen allen interessierten Lehrkräften aller Schularten offen, mittlerweile auch aus den benachbarten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen. Eltern und Schüler können sich ebenfalls einwählen. Die Dauer beträgt eine Stunde, jeweils am Nachmittag. Nach den Vorträgen werden Fragen über den Chat beantwortet. Ein Zusatzplus dieser Reihe: Unterrichtsberater vom pädagogischen Landesinstitut stellen Bezüge zum Lehrplan her, um die Einbindung der Themen in den Unterricht zu erleichtern. In der Pandemiezeit hat sich dieses Konzept binnen kürzester Zeit bewährt. Sämtliche Vorträge waren gut besucht – bis zu 190 Interessierte hörten zu. Das positive Feedback spricht für sich.

Und das sagen unsere Teilnehmer:

Aus „Innovative Werkzeuge: Genome Editing in Medizin, Pflanzenzüchtung und industrieller Biotechnologie“

„Danke vielmals, sehr lohnende
Veranstaltung und Themeninhalte!“

„Herzlichen Dank – vor allem auch für die
erfrischend überkulturelle Sichtweise 
der einen oder anderen Anekdote!“

Aus „Antibiotikaresistenzen – Was kann man dagegen tun?“

„Sehr kurzweiliger Vortrag über
anspruchsvolles Thema, vielen
Dank an den Referenten und das
Backup-Team!“

„Bitte die sehr informative
‚MI(N)Treden – die neue Online- Fortbildungsreihe‘ beibehalten.
Dies war die 2. E-Session für mich.
Vielen Dank an die Initiatorinnen und Referenten.“

Rohstoffleasing und Repair-Design – Innovative Pfade der modernen Kreislaufwirtschaft

Durch Reparatur, Leasing oder Re-furbishing können Ressourcen eingespart werden. Warum das zum Business Case werden sollte, erklärte Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard, Professorin für industrielle Ökologie am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier.

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Digitales Ausbildungsmarketing

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber darstellen möchte, kommt an einem digitalen Auftritt nicht vorbei. Schon vor der Pandemie haben sich 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Internet über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert. In Corona-Zeiten sind digitale Angebote in der Berufsorientierung noch stärker gefragt.

Die Chemieverbände sind auch hier seit Jahren für ihre Mitglieder aktiv. Dies erwies sich im Corona-Jahr als Vorteil, da bereits eine Vielfalt an digitalen Informationsangeboten rund um die Ausbildung in der Chemie vorlag und die Angebote der Verbände in den sozialen Medien vernetzt waren. Wir stellen sechs bekannte und neue Angebote vor:

ChemieAzubi-Blog: Storytelling und Influencermarketing

Im ChemieAzubi-Blog stellen die Verbände Ausbildungsbetriebe, Berufe und die Menschen in den Unternehmen vor. Hinzu kommen Fakten rund um Chemie im Alltag, den Tarifvertrag und mehr: www.chemie-azubi.de

Neben einer Präsenz auf dem Blog werden die Storys der Ausbildungsbetriebe
in den sozialen Medien geteilt. Der ChemieAzubi ist auf Facebook, Twitter, YouTube und Instagram vertreten. Um die Reichweite und Glaubwürdigkeit zu erhöhen, kooperierte der ChemieAzubi mit dem Instagram-Influencer „Doktorwissenschaft“. Seine Fangemeinde von über 70.000 Abonnenten überzeugt mit einer großen Schnittmenge zur Zielgruppe des ChemieAzubis: Junge Menschen mit einer Affinität zu Naturwissenschaft und Technik.

„Doktorwissenschaft“ veröffentlicht täglich Fakten aus dem MINT-Bereich. Entsprechend wurden die Botschaften der Chemie-Ausbildung aufbereitet: Neben Fakten zum Chemie-Tarif und Chemikanten-Beruf handelten zwei Posts von den Leistungen der Chemie in der Pandemie-Zeit. Zu den Leistungen der Branche berichten wir auf den Seiten 12 und 13 in diesem Jahresbericht.

  • Allein der Beitrag über die Vielfalt der Ausbildungsberufe hatte eine Reichweite von 62.000 Profilen.
  • Fast 500 Mal wurde der Beitrag gespeichert – ein Zeichen, dass sich Interessierte weiter mit dem Thema Ausbildung in der Chemie auseinandersetzen möchten.

„Doktorwissenschaft“ konnte auch für eine weitere Aktion gewonnen
werden: die „ChemisTree Competition“.

Ausbildungsmarketing - Doktor Wissenschaft

Digitalisierung in der Ausbildung

Die Digitalisierung der Chemie-Branche nimmt weiter zu. Daher werden digitale Kompetenzen auch in den Ausbildungsberufen
durch Neuordnungen, Wahlqualifikationen oder Zertifizierungen aufgenommen. Eine Übersicht in den Berufen unserer Branche
gibt es online unter: www.elementare-vielfalt.de/unternehmen/digitalisierung/

ChemisTree Competition 2020: eine Challenge für MINT-Begeisterte

Erstmalig rief der ChemieAzubi eine „ChemisTreeCompetition“ aus. Die Challenge: Einen Weihnachtsbaum mit MINT-Bezug bauen. Das Gewinnspiel setzte auf die Interaktion mit MINT-Begeisterten. Die Einsendungen der „ChemisTrees“ und „ScienceTrees“ überzeugten mit einer großen Kreativität und Begeisterung für Chemie, Physik & Co. Ein Video mit allen Einsendungen und Beschreibungen der „ChemisTrees“ ist auf dem Blog zu finden.

Mitgemacht haben Teams und Einzelpersonen, egal ob sie noch zur Schule gingen, in Ausbildung waren oder schon ein paar Jahre im Labor gearbeitet haben. Doktorwissenschaft, im echten Leben Chemiestudent, baute ebenfalls einen spektakulären ChemisTree.

  • Sein Video auf Instagram konnte über 104.000 Zugriffe aufweisen.
  • Mit weiterer Werbung, für die Kreationen von Azubis aus Mitgliedsbetrieben genutzt werden durften, konnten über 250.000 Personen erreicht werden.
  • Hinzu kamen die Beiträge einiger Gewinnspiel-Teilnehmer, die ihre
    ChemisTrees auf Instagram veröffentlichten und der Challenge so als „Mikro-Influencer“ noch etwas mehr hochwertige Aufmerksamkeit
    einbrachten.
Chemistree

Last-Minute-Ausbildungsplätze

2020 wurde eine Fokus-Seite auf dem Chemie-Azubi-Blog eingerichtet. Sie steht auch 2021 den Betrieben, die wenige
Monate vor Ausbildungsbeginn noch Vakanzen haben, zur Verfügung. Es ist eine niederschwellige  Möglichkeit, auf freie Ausbildungsstellen fokussiert hinzuweisen. Mit zwei Klicks sind die Interessenten auf der Stellenausschreibung.

Neben prominenten Hinweisen auf dem Blog gibt es Verlinkungen von der Chemieverbände-Webseite, Beiträge auf Instagram & Co und bezahlte Werbung.

Chemieland 2020: Optimiert für online

Wer seine Möglichkeiten nicht kennt, bewirbt sich nicht. Das änderte das „Chemieland Rheinland-Pfalz“ – spielerisch. Mit der Gamification-Aktion machen die Chemieverbände die Ausbildungsorte bekannter und zeigen der Zielgruppe buchstäblich den Weg zu den Betrieben.

Die 2019 erstmals durchgeführte „Schnitzeljagd“ fand 2020 mit einem optimierten Online-Angebot rein digital statt. Dafür wurde eine interaktive Spielkarte  programmiert und in eine Fokusseite im Blog eingebettet. Die Spieler klicken sich durch die Profile der Ausbildungsbetriebe auf der Spielekarte. Während sie die
Lösungshinweise zur Gewinnspielfrage suchten, erfuhren sie viel über die Ausbildungsmöglichkeiten.

Für die Kommunikation drehten vier Azubis aus Mitgliedsbetrieben kurze „Reaction-Style“-Videos. Dank dieser Werbe-Videos wurden über 170.000 Profile auf Instagram erreicht. Hinzu kamen klassische Banner-Ads, die weitere 570.000 Personen erreichten. Auf diese Weise konnte die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden. 2021 wird die digitale Schnitzeljagd ist die dritte Runde gehen; dieses Mal wieder mit zwei Spielmodi: in real life und digital.

Chemieland Reaction Style

Quizzen für mehr Wissen: Das 360°-Ausbildungsquiz

Mit der Gaming-Webapp „360°-Ausbildungsquiz“ tauchen Schülerinnen und Schüler spielerisch in die Welt der Chemikanten,
Anlagenmechaniker & Co. ein. Sie bewegen sich 360° im Raum und entdecken nicht nur das Arbeitsumfeld branchentypischer
Berufe, sondern lernen mithilfe von Quizfragen auch Inhalte der Ausbildung kennen. Ab sofort können Unternehmen das Quiz mit dem Firmenlogo individualisieren und mit eigenem Weblink oder QR-Code für Veranstaltungen und Aktionen nutzen.

Kostenfrei inklusive sind: 

  • individueller Web-Link
  • QR-Code
  • Link zur Ihrer Karrierewebseite und
  • freien Ausbildungsplätzen
Gerberberuf - Bock auf Leder
Bild verlinkt auf YouTube-Kanal der Chemieverbände

Exotische Berufe auf YouTube

Mit einem Augenzwinkern machten die Verbände auf einen ungewöhnlichen Ausbildungsberuf aufmerksam: die Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik. Neben einer Fokus-Seite im Blog wurde ein aufwendiges Werbevideo in einem Biker-Club gedreht. Das Video „Bock auf Leder?“ wurde insgesamt 64.000 Mal aufgerufen, davon über 46.000 Mal auf dem Youtube-Kanal der Chemieverbände Rheinland-Pfalz:

www.chemie-azubi.de/werde-gerber

Daneben gab es weitere Bewegtbild-Projekte mit dem ChemieAzubi. Zusammen mit der „Chemie-Reporterin“ Lisa wurden direkt vor dem Beginn der Pandemie fünf Videos fertig gestellt. Darin lässt sich Lisa von Azubis aus Engpassberufen, wie einer Elektronikerin und einem Industriemechaniker, ihre Ausbildungsplätze zeigen. Der Fokus lag auf Szenen im Produktionsbetrieb, um ein realistisches Bild der Arbeit in einem Chemiewerk zu zeigen. Die Videos wurden nicht nur im Blog veröffentlicht, sondern auch auf IGTV und Facebook-Videos hochgeladen, um sie auf den Plattformen der Zielgruppe zu präsentieren:

https://cvrp.de/chemieazubi-playlist

Online: Das Periodensystem der Elemente

Das Periodensystem der Elemente (PSE) gibt es als Streuartikel im DIN-A5-Format. Neu ist das Online-Angebot unter
https://www.periodensystem.de.

TikTok: ElVi-Kooperation mit „dem“ deutschem HR-Influencer

Auch bei der bundesweiten Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt („ElVi“) des BAVC gab es 2020 zahlreiche Aktivitäten. Zu den Highlights gehörte der Schritt in das soziale Netzwerk TikTok. Die Kooperation mit dem Karriereguru, „dem“ deutschem HR-Creator auf TikTok, macht die ElVi zum Vorreiter auf TikTok.

Der Karriereguru stellt Engpassberufe und Tools zur Berufsorientierung in kreativen Kurzvideos vor. Dabei gelingt es, die Chemie-Branche als interessanten Arbeitgeber zu präsentieren. Die Reichweite kann sich sehen lassen:

  • Allein der Beitrag zum Chemikanten erreichte über 100.000 Ansichten
  • und fast 5.000 Likes.
Bild verlinkt auf TikTok zum Karriereguru

Instagram: Entspannte Live-Talks mit Azubis

Live-Events sind eine besondere Herausforderung, besonders wenn sie  ausgestrahlt werden. Mit den Insta-Live-Talks wagt sich ElVi nun mit  interessierten Mitgliedsunternehmen an dieses Format. Sie nutzen die Funktion „Instagram-Live“, die den Vorteil hat, dass sich Instagram-Profile zusammenschalten lassen – eine kleine Videokonferenz auf Instagram.

In den Insta-Live-Talks werden Fragen zur Ausbildung aus Sicht der Jugendlichen gestellt. Wer einen eigenen Insta-Kanal hat, kann sich einbringen und mitmachen. Bereits vier Betriebe aus Rheinland-Pfalz sind dabei. Eine Übersicht über das umfangreiche Angebot von „ElVi“ für Unternehmen; darunter auch die kostenfreie Anmeldung für die Insta-Live-Talks: 

www.elementare-vielfalt.de/unternehmen

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